Roadshow mit viel Drive
Von weitem sieht er aus wie ein Raumschiff, leuchtend grün und ganz modern: Der „Pflegetruck“ der beiden großen Kirchen, stolze 14 Meter lang. Seit März fährt das Infomobil die wichtigsten bayerische Städte an. Ziel der Kampagne, bei der auch Diakonie und Caritas an Bord sind: Infos und Gespräche zum Thema „100 % liebevoll gepflegte Menschen“.
Mittendrin: Der „Pflegetruck“ in Nürnbergs Innenstadt

25 Haltestellen in ganz Bayern, 25 unterschiedliche Programme: Bei jedem Stopp, auf gut besuchten Plätzen und in belebten Fußgängerzonen, informieren Mitarbeitende der lokalen Kirchengemeinden, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen über Karrierechancen und Ausbildungsperspektiven, über die spezifischen Angebote und Einrichtungen vor Ort. Immer mit dabei: Mehrere Aktions- und Mitmach-Stationen. Ein „Pfleg-O-Mat“ zeigt, wie wenig Geld eigentlich für die Pflege zur Verfügung steht, die überdimensionierte Sanduhr illustriert, wie eng bemessen die Zeit von Pflegerinnen und Pflegern im Alltag ist, eine Art Raumanzug demonstriert, wie es sich anfühlt, älter und eingeschränkt zu sein.

In Nürnberg, direkt vor der Lorenzkirche, wird das plötzlich besonders klar: Wie aus heiterem Himmel stürmen zehn als riesige Puppen – Pfleger, Ärzte, Alte, Kranke, Berufstätige, aber auch Engel – verkleidete Auszubildende von Caritas und Stadtmission in die Fußgängerzone und weisen eindrucksvoll auf die Probleme der Pflegeberufe hin: „Geld“ steht da auf großen Pappbausteinen zu lesen, aber auch „Zeit“ und „Frust“. Kein Wunder: Im Vergleich zu Bürojobs stehen die sozialen Berufe wesentlich schlechter da, die Arbeitszeiten und -anforderungen allerdings sind hoch. „Wir brauchen mehr Geld, mehr Zeit und mehr Personal“, resümiert Sabine Rückle-Rösner von der Diakonie Regensburg, sonst ist eine liebevolle Pflege, wie wir sie uns vorstellen und sie uns auch für uns selbst wünschen, nicht möglich.“

„Wir brauchen mehr Geld, mehr Zeit und mehr Personal.“
Sabine Rückle-Rösner, Regensburg
Video: Der Pflegetruck – unterwegs in ganz Bayern
Los geht’s: Kardinal Reinhard Marx (links) und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm beim Start der Kampagne in München
Los geht’s: Kardinal Reinhard Marx (links) und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm beim Start der Kampagne in München

Rollen rund um den Rollator: Auszubildende spielen Szenen aus ihrem Berufsalltag
Rollen rund um den Rollator: Auszubildende spielen Szenen aus ihrem Berufsalltag
Thema Pflege:  Infos mitten in der Fußgängerzone
Thema Pflege: Infos mitten in der Fußgängerzone